Sonntag, 14. September 2014

Twitter - Der tägliche Wahnsinn!


 
Drei Wochen habe ich exzessiv Twitter betrieben. Ich kann nur davon abraten damit anzufangen.

Folgen um gefolgt zu werden - igitt. Wer kein begehrter Schauspieler ist, der muss fast zwangsläufig anderen folgen, auch wenn einem die Person völlig egal ist. Welch Wahnsinn. Die folgenden zitierten Sätze, die zwischendurch auftauchen, sind Tweets die ich auch bei Twitter gepostet habe.

"Glaube nicht, nur weil dir jemand folgt, dass er sich für deine Timeline*1 interessiert! Ja, so pervers ist das hier."

Einmal damit angefangen, zieht es dich immer weiter in die Fänge. Sinnloses Folgen und das Hoffen dass jemand deine Tweets*2 favorisiert oder retweetet*3. OMG!

"Jeder Fav*4 eine Streicheleinheit. Jeder Retweet ein Orgasmus."

Mal im Ernst, wie kann man 10.293 Leuten folgen? Das liest doch keine Sau was die alle twittern. Die Timeline zu verfolgen kostet schon bei 50 Leuten den ganzen Tag - ununterbrochen. Es ist schier unmöglich. Doch wer als NoName konsequent keinem folgt, der bleibt allein auf weiter Flur - mit Null Followern.

"Du bist weder Tagesschau noch Schweighöfer? Dann musst du alle 5 min. Witze schreiben, sonst bleibst du ewig eine Null!"

Wer twittert will Aufmerksamkeit bekommen. Sonst kann ich gleich bei WhatsApp bleiben, wenn es nur darum geht mich mit jemanden auszutauschen. Sogar mit mehr als nur 140 Zeichen. Bei vielen geht wirklich jeder Pups in die Timeline. Was in diesem Moment gegessen wird, wo ich stehe und gehe. Laaangweilig!

Hast du einen großen Account, kannst du den größten Müll schreiben und alle finden es toll. Neue Follower kommen hinzu. Es wird favorisiert und retweetet bis die Tasten glühen.

Kleiner Account? Schreibst du den gleichen Müll, hast du gleich fünf Entfolger und Favs kannst du dir in die Haare schmieren. Willkommen bei Twitter. Neben sinnfreien Tweets schreiben, ist Folgen und Entfolgen der Hauptsport bei Twitter.

Pure Zeitverschwendung. Wenn Twitter als App auf dem Handy installiert ist, dann raubt es dir jegliche Zeit. Morgens nach dem Aufstehen, vor dem ersten Gang ins Bad, erstmal die Timeline checken. Gehts noch? Unterwegs der ständige Blick aufs Handy. Einmal schütteln bitte: Hallo Welt, hier ist die Realität!

Die Frage Wann habe ich den letzten Brief geschrieben? - An das Finanzamt? - ist so angestaubt wie das Telefon mit Wählscheibe. Heute ist eher die Frage Wann habe ich mich zuletzt mit jemanden persönlich unterhalten?

Die gleichen Phänomene und Süchte sind sicher auch bei Facebook oder Google+ zu beobachten. Allerdings sehe ich gegenüber Twitter noch einen entscheidenden Unterschied: Twitter ist extrem kurzweilig. Ein geschriebener Tweet, der nicht gefavt oder retweetet wird, hat es schon nach gefühlten 5 min. dahingerafft. Da jede Sekunde Tausende Tweets nachrutschen. Da bleibt ein Posting bei Facebook oder Google+ länger am Leben.

"Tweets sind wie Wassertropfen. In dem Moment wo du einen siehst, kommen Tausende hinterher."

Ich habe es satt. Nichts hat mich bisher mehr frustriert als Twitter.

Was sind eure Erfahrungen mit Twitter und Co? Habt ihr den Entzug noch vor euch oder seid ihr schon trocken? ;-)


*1 Timeline, diese ist auf der eigenen Übersichtsseite zu finden

*2 Tweet, eine Nachricht, die auf Twitter verbreitet werden kann

*3 Retweet, eine Nachricht weiterleiten

*4 Fav, Abkürzung für favorisieren auch faven genannt 


Bild Quelle

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Update, 18.10.2014

Heute habe ich mich entschlossen Twitter zu löschen! Und tschüss..
Der Wahnsinn hat ein Ende.
 
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Kommentare:

  1. Danke für diesen Blogpost - die letzte Aussage bringt es meiner Meinung nach genau auf den Punkt bzw. entspricht meinen Twitter-Erfahrungen. Mir bringt Twitter keinen Informationsmehrwert...entweder ich konsultiere die einschlägigen Nachrichtenseiten oder eben Blogs - je nach Thema. Durch aktives Suchen bin ich wesentlich schneller Up-to-Date als wie wenn ich darauf warte, dass ein thematisch ansprechender Tweet abgesetzt wird. Lustigerweise habe ich heute Twitter von Smartphone geschmissen...

    Schöne Grüße, Schokoladenkatze

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    1. Hallo Schokoladenkatze, vor allem finde ich es nirgendwo extremer mit dem "Wenn du mir nicht folgst, folge ich dir auch nicht" als bei Twitter! Auf G+ bin ich stolz auf jeden Follower, denn nur sehr wenigen folge ich. So weiß ich bei jedem der mir trotzdem treu bleibt, dass er sich für meine Einträge interessiert. Das ist Tausend mal mehr wert als dieser andere Kindergarten Namens Twitter. Cool das du Twitter runtergeputzt hast. ;D

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  2. Ich finde:
    Egal ob Twitter, Facebook oder g+
    Wenn man mal wirklich in sich geht, sind *wir* doch alle ein wenig follower geil... Sonst würden wir das nicht tun. Was meinst wohl, wie ruhig es um dich wird, wenn du diese socials alle cancelst und ggf auch jeden deiner Blogs... Viel wichtiger finde ich es, im real life auszutauschen...

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    1. "Viel wichtiger finde ich es, im real life auszutauschen."

      Genauso sehen ich das auch. :-)

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  3. Update 18.10.2014

    Heute habe ich mich entschlossen Twitter zu löschen! Und tschüss..
    Der Wahnsinn hat ein Ende.

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  4. Weise Entscheidung,
    solange man nicht mindestens drei Auftritte im Fernsehen hat, Youtube-Abbonenten im mindestens sechsstelligen Bereich hat oder ein Spiel wie Minecraft erfunden hat kann man auf Twitter pfeifen :)

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